Die neue Kombination Snowboarding und Fliegen!

Nun war es endlich so weit. .Der große Moment wo sich zwei total unterschiedliche und gegensätzliche Sportarten miteinander vereinen.
Oder besser gesagt vereinen sollen. Das ist nämlich die größte Schwierigkeit in unserer Testreihe, macht es Sinn oder ist es von Anfang an gar nicht möglich mit dem Snowboard überhaupt mit einem Gleitschirm zu starten. Es gibt keine Erfahrungswerte oder gar Einschulungskurse wie ich zum Speedrider werde, das macht das ganze natürlich noch ein bisschen abenteuerlicher.

Endlich. Schönstes Winterwetter 30cm Neuschnee auf der Startbahn. Also bester Powder für Snowboarder!! Der Wind gleich null, bzw. leichter Süd von der Seite.
Als Testschirm entscheiden wir uns für einen 1er Nova Phorus S., da diese Art von Gleitschirm fast von alleine, sicher und verlässlich startet. Das Snowboard das ich verwende, ist ein Burton Canyon Freeride Board, Regular, mit einer Mission Limited Edition Soft Bindung.
Der Schirm ist ausgelegt, die Leinen sortiert und das Gurtzeug gecheckt.
Beim Anschnallen des Snowboards die erste Schwierigkeit! Der Bindungswinkel des Snowboards! Man steht quer zur Fahrtrichtung! Zum Starten muss aber der Oberkörper des Piloten genau in die Fahrtrichtung gedreht werden, um den Gleitschirm richtig kontrollieren zu können.
Das heißt, um zu Starten muss das Board natürlich in Längsrichtung der Boardachse nach vorne bewegt werden um Startgeschwindigkeit aufnehmen zu können. Zugleich muss der Pilot seinen Oberkörper auch immer exakt zur Boardlängsachse ausrichten. Stellt euch das einfach so vor! Lege dein Board in den Schnee und lege eine Schneeschaufel wie ein Kreuz zwischen die Bindungen darüber. Mit viel Phantasie, ergibt das ein Kreuz oder ein Plus. Wir Snowboarder sprechen von einer Plusposition.
Aber egal, das heißt für den Piloten mit so einer starken Verdrehung des Oberkörper zu Starten ist sehr ungünstig. Man kann in der Startphase kaum korrigieren und zudem macht es keinen Spaß.

Aber gerade der Spaß, das coole feeling im Schnee ist doch Ziel unserer Testreihe, darum stellten wir die Bindungen der Boards extrem in Richtung Plus Position und zwar so stark wie man es von den Alpin Raceboards kennt, voll in Fahrtrichtung, voll ins Plus, so bin ich mit diesem Board noch nie gefahren. Aber siehe da, die Verdrehung des Oberkörpers in Fahrtrichtung ist für den Piloten um Vieles angenehmer geworden.
Nun ja, eine gewisse Art von Nachteil gegenüber unseren Ski -Kollegen wird leider immer bleiben, da das Board auch während des Fliegens quer zur Flugrichtung gehalten werden muss.
Ok. Wir schnallten unsere Boards an, der Windsack macht keine Anzeichen eines Aufwindes, nichts, als totale Windstille.
Kurz vorm Start stieg natürlich die Anspannung!






Noch einmal ging ich in Gedanken den Flugplan durch und hoffe auf genug Startgeschwindigkeit! Die Geschwindigkeit ist deshalb so wichtig weil es sich um einen S Schirm handelt, und ich um einiges an Gewicht über dem Limit bin. Es wird deshalb alles ein wenig schneller sein. Das heißt höhere Startgeschwindigkeit, dynamischere Flugmanöver und auch eine höhere Landegeschwindigkeit.
Achtung, null Wind, ich starte! Gewicht nach hinten um die Nose des Snowboards aus dem Schnee zu bekommen. Das Board bekommt durch seine Breite rasch Auftrieb im weichen Pulverschnee, wird schneller und schneller, und take off, yessss, wir fliegen.
Sofort nach dem Start dreht sich das Board quer zur Flugrichtung! Cooler Effekt, dachte ich, als ich über unser Gästehaus hinweg flog! Schnell noch einen Tail Grap, echt cool! Sehr leicht zu Greifen.

Nach einem kurzen Flug und ein paar Manövern, der 1. Landeanflug auf den Landeplatz Schruns im Montafon, Austria. Die höhere Fluggeschwindigkeit wird erst 10m über dem Boden sichtlich erkennbar.
Nun gut, was machen, nicht viel Zeit zum Nachzudenken! Reflexartig die Steuerleinen zweimal aufwickeln um guten Bremsdruck zu bekommen, landen und Steuerleinen voll durchziehen! Der Schirm bremst mich stark ab! Stall!! Die Kappe fällt runter und bleibt seitlich neben mir im Schnee liegen. Genau so muss es auch sein, um nicht über die dünnen Leinen zu carven.
An diesen Tag sind wir noch dreimal gestartet und schraubten noch ein bisschen an der Bindung rum.

Das Fazit für diesen ersten Versuch:

Es macht Sinn das ganze einmal mit einen richtigen Speedrider Flügel zu versuchen! Es einfach darauf ankommen zu lassen! Aber nicht hier am Hauseigenen Startplatz. Da ist einfach alles zu kurz und die erste Baumreihe würde man sowieso nicht überfliegen können.
Also, wo werden wir das richtige Gelände finden um das aller erste Mal an einem Snowboard einen richtigen Speedschirm zu fliegen??


Ein Fluggerät das ums dreifache schneller fliegt als der Gleitschirm den ich gewohnt bin!?
Der Gleitwinkel ist sehr viel steiler und die Geschwindigkeit sehr hoch! Extrem hoch!!
Wie Starten und Landen?? Und wo werden wir ein richtiges und vor allem sicheres Gelände finden? Wenn man von einem sicheren Gelände überhaupt sprechen kann?
Wie werden wohl die anderen Wintersportler reagieren, wenn man als Speedrider auf der Skipiste auftaucht? Stellen wir, das Team von F.I.A., wieder einmal die Frage? Macht Weitermachen Sinn, oder ist es Schwachsinn.
Nun der erste Eindruck bis jetzt ist nicht super geil, nein, es ist irgendwie faszinierend!!
Wie wenn eine Stimme im Kopf sagen würde, mach weiter, übe noch ein bisschen, nur ein bisschen, und schau was passiert.

Wir von Team F.I.A. wünschen allen Boardern, Skiern, Gleitschirmfliegern und angehende Speedridern alles Gute und immer eine Hand voll Schnee unter dem Board.

Bis dann, Euer Team F.I.A.